Verbreitung in Deutschland
Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) hat sich in den letzten drei Jahrzehnten von den südlichen Bundesländern aus in ganz Deutschland ausgebreitet. Heute liegen Nachweise aus allen 16 Bundesländern vor (Stand 2024), wenngleich die Häufigkeit von Süd nach Nord deutlich abnimmt.
Die Ausbreitung verlief hauptsächlich entlang warmer Täler und Städte, wobei der Rheingraben die wichtigste Einfallsroute darstellt. Von Baden-Württemberg und Bayern aus hat sich die Art zunächst in westliche und östliche Bundesländer ausgeweitet, bevor sie in den 2010er und 2020er Jahren auch im Norden nachgewiesen wurde.
Wenn du eine Nosferatu-Spinne siehtest, kannst du sie auf Plattformen wie iNaturalist oder Observation.org melden. Diese Bürgerwissenschaft-Daten helfen Forschern, die aktuelle Verbreitung zu kartieren. Mehr zur Art auch auf Wikeasy.
Bundesländer im Überblick
| Bundesland | Häufigkeit | Erstnachw. (ca.) | Status |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | ★★★★★ sehr häufig | ~1990 | Gut etabliert |
| Bayern | ★★★★☆ häufig | ~1995 | Gut etabliert |
| Rheinland-Pfalz | ★★★★☆ häufig | ~1998 | Gut etabliert |
| Hessen | ★★★☆☆ verbreitet | ~2002 | Etabliert |
| Saarland | ★★★☆☆ verbreitet | ~2000 | Etabliert |
| Nordrhein-Westfalen | ★★★☆☆ verbreitet | ~2005 | Zunehmend |
| Thüringen | ★★☆☆☆ selten | ~2008 | Zunehmend |
| Sachsen | ★★☆☆☆ selten | ~2010 | Einzelnachweise häufen sich |
| Berlin / Brandenburg | ★★☆☆☆ selten | ~2012 | Einzelnachweise |
| Sachsen-Anhalt | ★☆☆☆☆ sehr selten | ~2015 | Einzelnachweise |
| Niedersachsen | ★☆☆☆☆ sehr selten | ~2016 | Einzelnachweise |
| Hamburg | ★☆☆☆☆ sehr selten | ~2018 | Sporadisch |
| Schleswig-Holstein | ★☆☆☆☆ sehr selten | ~2020 | Sporadisch |
| Mecklenburg-VP | ★☆☆☆☆ sehr selten | ~2020 | Sporadisch |
| Bremen | ★☆☆☆☆ sehr selten | ~2019 | Sporadisch |
| Sachsen-Anhalt | ★☆☆☆☆ sehr selten | ~2015 | Einzelnachweise |
Hotspot-Städte und -Regionen
Innerhalb Deutschlands gibt es klare Hotspot-Regionen, in denen Nosferatu-Spinnen besonders häufig gemeldet werden:
Baden-Württemberg (höchste Dichte)
- Freiburg im Breisgau – eine der ersten deutschen Städte mit gesicherter Population
- Heidelberg und Rhein-Neckar-Region – sehr hohe Meldedichte
- Karlsruhe – regelmäßige Sichtungen in Wohngebäuden
- Stuttgart – gut etabliert, besonders in Halbhöhenlagen
- Breisgau, Markgräflerland – sehr warme Rheinebene begünstigt hohe Dichte
- Schwarzwaldrandgebiete – bis in mittlere Höhenlagen verbreitet
Bayern
- München – Wärmeinseleffekt der Großstadt begünstigt die Art
- Augsburg – häufig gemeldet
- Passau und Niederbayern – warmes Klima, gut etabliert
- Würzburg und Mainfranken – Weinbauklima sehr günstig
Rhein-Main-Gebiet
- Frankfurt am Main – regelmäßige Meldungen
- Mainz – gut etabliert
- Worms, Ludwigshafen – häufig
Verbreitung in Europa und weltweit
Die Nosferatu-Spinne ist nicht nur in Deutschland auf dem Vormarsch. Ihre aktuelle europäische Verbreitung umfasst:
- Mittelmeerraum (ursprüngliches Verbreitungsgebiet): Spanien, Portugal, Südfrankreich, Italien, Griechenland, Türkei, Nordafrika
- Mitteleuropa (eingewandert): Deutschland, Österreich, Schweiz, Benelux
- Nordeuropa (zunehmend): Großbritannien (besonders London und Südengland), Dänemark (selten)
- Osteuropa: Tschechien (selten), Ungarn (selten)
In Großbritannien hat die Art seit 2014 für Schlagzeilen gesorgt, als erste Biss-Fälle dokumentiert wurden. London und die Grafschaften Südenglands sind die am stärksten betroffenen Gebiete.
Lebensraum in der Natur
In ihrem ursprünglichen Mittelmeerlebensraum bevorzugt die Nosferatu-Spinne:
- Felsige, warme Hänge mit südlicher Exposition
- Macchia-Vegetation (dichte, buschige Mittelmeervegetation)
- Weinberge und Olivenhaine – perfekte Kombination aus Verstecken und Beute
- Steinmauern und Ruinen
- Trockene Felsspalten und Erdhöhlen
In Deutschland findet man sie im Freien besonders in:
- Gartenhecken und Komposthaufen
- Holzstapeln und Rindenmulch
- Unter lockerer Rinde von Bäumen
- In Mauerfugen und Trockensteinmauern
- Unter Steinen in geschützten, warmen Lagen
Lebensraum im Haus – Wo versteckt sie sich?
Die Nosferatu-Spinne ist in Mitteleuropa stark synanthrop – sie nutzt Gebäude als Lebensraum. Typische Verstecke:
Bevorzugte Bereiche
- Keller und Untergeschoss – feucht, dunkel, viele Verstecke, gute Beute
- Hinter Heizkörpern – warme Bereiche, besonders attraktiv im Herbst
- In selten genutzten Schränken – ruhig und geschützt
- Hinter Möbeln an Außenwänden
- Erdgeschoss-Wohnungen werden häufiger befallen als Obergeschosse
- Badezimmer und Hauswirtschaftsräume – durch Feuchtigkeit angezogen
- Garage und Schuppen – wenn beheizt oder nicht zu kalt
Wie sie ins Haus kommt
- Durch Ritzen und Fugen in der Außenwand
- Durch undichte Fenster und Türen (besonders nachts)
- Über Kellerfenster ohne Schutzgitter
- Passiv mit Pflanzen, Möbeln, Holzwaren aus dem Garten
- Über Lüftungsöffnungen ohne feine Gitter
Saisonale Muster
| Monat | Aktivität | Bemerkung |
|---|---|---|
| Januar–März | Gering | Kälteruhe in Verstecken, aber nicht echter Winterschlaf |
| April–Mai | Zunehmend | Jungspinnen aktiv, Adulte kommen aus Verstecken |
| Juni–Juli | Mittel | Aktive Jagdsaison draußen |
| August | Hoch | Erste Männchen auf Partnersuche, Einzug in Häuser beginnt |
| September–Oktober | ★ Höchste Aktivität | Haupteinzugsphase, Paarungszeit, meiste Sichtungen |
| November | Abnehmend | Spinnen ziehen sich in Verstecke zurück |
| Dezember | Gering | Winterruhe in warmen Gebäudeteilen |
Die meisten Begegnungen mit Nosferatu-Spinnen im Haus passieren von August bis Oktober. In dieser Zeit sollte man besonders auf offene Fenster ohne Insektenschutzgitter achten und Türdichtungen überprüfen.
Prävention: So hält man sie fern
Wer keine Nosferatu-Spinnen im Haus haben möchte, kann verschiedene Maßnahmen ergreifen:
- Insektenschutzgitter an allen Fenstern und Lüftungsöffnungen montieren
- Türbodendichtungen erneuern – auch Garagen- und Kellertüren
- Fugen und Risse in der Außenfassade abdichten
- Kellerfenster mit feinem Gitter sichern
- Vegetation direkt am Haus zurückschneiden
- Holzstapel weit vom Haus entfernt lagern
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Nosferatu-Spinne melden – Sichtung melden beim NABU und anderen Stellen
Ist die Nosferatu-Spinne meldepflichtig? Nein – es gibt in Deutschland keine gesetzliche Meldepflicht für Nosferatu-Spinnen. Sie steht weder auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten noch unterliegt sie einer behördlichen Anzeigepflicht.
Wer eine Nosferatu-Spinne sichtet, kann diese jedoch freiwillig melden – und das ist wissenschaftlich sehr wertvoll! Die Sichtungsdaten helfen Forschern, die aktuellen Ausbreitungsmuster zu dokumentieren und zukünftige Verbreitungsgebiete zu modellieren.
Wo kann ich eine Nosferatu-Spinne melden?
- NABU (Naturschutzbund Deutschland) – über das NABU-Spinnen-Meldeformular auf nabu.de oder die NABU-App
- iNaturalist – international genutzte Plattform für Bürger-Wissenschaft; einfach Foto hochladen, Art bestimmen lassen und Standort angeben: iNaturalist.org
- Observation.org – deutschsprachige Naturbeobachtungsplattform: observation.org
- AraGes (Arachnologische Gesellschaft e.V.) – Fachgesellschaft für Spinnenkunde: arages.de
Für eine verwertbare Meldung brauchst du: ein Foto der Spinne (möglichst von oben), den genauen Fundort (Straße + Stadt, PLZ reicht auch) und das Datum. Optimalerweise Innen- oder Außenfund vermerken. Das NABU-Meldeportal macht es besonders einfach.