Nosferatu-Spinne gefunden – Was tun?
Du hast eine große, braune Spinne im Haus entdeckt und vermutest, es könnte eine Nosferatu-Spinne sein? Hier ist der schnelle Überblick für die ersten Sekunden:
Ruhe bewahren und Abstand halten
Die Nosferatu-Spinne ist nicht aggressiv. Sie greift Menschen nicht von sich aus an. Mach keine hektischen Bewegungen – das erschreckt die Spinne und macht sie schwerer zu fangen.
Kinder und Haustiere fernhalten
Sorg dafür, dass niemand die Spinne berührt oder erschreckt. Haustiere – besonders Hunde und Katzen – könnten gebissen werden, wenn sie die Spinne schnappen.
Spinne nicht aus den Augen verlieren
Schau kurz, wo sie sitzt und ob sie sich bewegt. Eine Nosferatu-Spinne kann schnell verschwinden. Lass im Zweifel jemanden die Spinne im Blick behalten, während du das Fangzubehör holst.
Fangen mit Hilfsmittel
Nutze die Glas-Karton-Methode, einen Spinnenfänger oder Insektensauger – alles erklärt im Detail weiter unten. Nie mit bloßen Händen!
Draußen freilassen – mindestens 10–20 m vom Haus
Setze die Spinne unter einem Busch, in der Hecke oder am Kompost frei. Weit genug weg, damit sie nicht sofort zurückkommt.
Grundregeln beim Fangen
Bevor du zur Aktion schreitetest, beachte diese grundlegenden Regeln für ein sicheres und erfolgreiches Fangen:
- Ruhe bewahren: Eine aufgeregte Reaktion erschreckt die Spinne und macht das Fangen schwieriger
- Nie mit bloßen Händen: Verwende immer ein Hilfsmittel – Glas, Fanggerät oder Insektensauger
- Keine Chemikalien: Insektensprays und chemische Mittel sind nicht nötig und ökologisch bedenklich
- Human vorgehen: Die Spinne ist kein Schädling – fangt sie lebendig und setzt sie draußen frei
- Gut beleuchten: Eine Taschenlampe oder gute Beleuchtung erleichtert das Fangen erheblich
- Richtiger Zeitpunkt: Abends und nachts ist die Spinne aktiv und leichter zu finden
- Vorsicht in Ecken: Nicht in dunkle Ecken ohne Werkzeug greifen
Methode 1: Glas & Karton (kostenlos, sofort verfügbar)
Die klassische „Glas-und-Karton"-Methode ist die einfachste und erfordert kein Spezialwerkzeug:
Material bereitlegen
Ein großes, weitmündiges Trinkglas oder eine Schüssel (mindestens 10 cm Durchmesser) und ein festes Stück Karton, Plastikkarte oder ähnliches. Das Glas muss groß genug sein, dass die Spinne es nicht verlässt.
Spinne lokalisieren und beobachten
Finde die Spinne und behalte sie im Blick. Bewege dich ruhig und langsam. Die Spinne ist wahrscheinlich in einer Ecke, hinter einem Möbel oder an der Wand.
Glas überstülpen
Platziere das Glas schnell und ruhig über die Spinne. Da sie Glasscheiben hochlaufen kann, muss das Glas vollständig schließen – kein Spalt! Warte kurz, bis die Spinne sich gesetzt hat.
Karton unterschieben
Schiebe den Karton vorsichtig unter das Glas. Halte das Glas dabei leicht auf den Karton gedrückt, damit die Spinne nicht entweicht. Das braucht etwas Übung – ruhige Hand ist wichtig.
Transportieren und freilassen
Halte Glas und Karton fest zusammen und transportiere die Spinne nach draußen – mindestens 5 Meter vom Haus entfernt, besser weiter. Kippe das Glas auf dem Boden um und entferne den Karton.
Wenn die Spinne an einer glatten Wand sitzt, funktioniert die Glas-Methode besonders gut. Wenn sie auf einem Teppich oder einer rauen Oberfläche sitzt, braucht man mehr Geduld beim Unterschieben des Kartons.
Methode 2: Spinnenfänger mit Teleskopgriff (empfohlen)
Ein spezieller Spinnenfänger ist die komfortabelste und sicherste Methode. Professionelle Geräte haben einen langen Griff und weiche Borsten, die die Spinne nicht verletzen:
Gerät öffnen
Halte den Spinnenfänger bereit. Die meisten Geräte öffnen und schließen die Bürstenöffnung durch einen Schieber am Griff. Öffne die Bürstenöffnung vollständig.
Gerät an die Spinne heranführen
Führe das Gerät langsam von der Seite oder von oben an die Spinne heran. Ein langer Griff (Teleskop) ermöglicht sicheren Abstand. Keine ruckartigen Bewegungen.
Schließen und fixieren
Schließe die Bürstenöffnung sanft über der Spinne. Die weichen Borsten halten sie fest, ohne sie zu verletzen. Nicht zu fest zudrücken.
Transportieren und freilassen
Transportiere die Spinne nach draußen. Öffne das Gerät auf Bodennähe und lasse die Spinne herauskriechen. Sofort vom Haus entfernen.
Methode 3: Insektensauger (für Überwindungsängstliche)
Ein Insektensauger ist ideal für Menschen, die besondere Angst vor dem Fangen haben oder mit älteren Personen und Kindern zusammenleben. Er funktioniert elektrisch oder manuell und saugt die Spinne in einen separaten Behälter:
- Gerät einschalten und an die Spinne heranhalten
- Sauger aktivieren – die Spinne wird schonend in den Fangbehälter gesaugt
- Behälter zur Tür tragen und Spinne draußen freilassen
Wichtig: Nicht zu lange im Behälter lassen, da kein Sauerstoffaustausch stattfindet.
Wann und wo findet man die Nosferatu-Spinne?
Beste Fangzeit
Die Nosferatu-Spinne ist nachtaktiv. Die besten Fangzeiten sind:
- Abends ab Einbruch der Dunkelheit (ab ~21 Uhr im Sommer, früher im Herbst)
- Frühe Morgenstunden (2–5 Uhr), wenn sie sich noch auf Jagd befindet
- September–Oktober ist die aktivste Zeit, besonders Männchen auf Partnersuche
Typische Verstecke und Aufenthaltsorte
- Kellertreppe und Kellerwände (besonders abends)
- Hinter Heizkörpern und Heizungsrohren
- In selten genutzten Schränken und Regalen
- Hinter Möbeln an Außenwänden
- In Badezimmerecken und an Badewannen
- Auf glatten Wänden (erkennbar durch Laufspuren aus Seide)
Freilassen – Wo und wie?
Nach dem Fangen ist die richtige Freilassung wichtig:
- Mindest-Abstand: 10–20 Meter vom Haus entfernt freilassen, sonst kehrt sie schnell zurück
- Geeignete Orte: Unter Büschen, in der Hecke, unter Laubhaufen oder Holzstapeln weit vom Haus
- Nicht freilassen bei: Frost und extremer Kälte – dann ins nächste Grünstück setzen, das mindestens eine Übernachtungstemperatur über 5°C bietet
- Nicht in Müllcontainer: Das wäre kein humanes Freilassen
- Tagzeit: Tagsüber freilassen, damit die Spinne Zeit hat, sich ein Versteck zu suchen
Nosferatu-Spinne töten – Muss das sein?
Viele Menschen fragen sich: Muss ich die Nosferatu-Spinne töten? Die klare Antwort: Nein – und du solltest es nicht tun. Hier sind die Gründe:
Warum nicht töten?
- Spinnen sind nützlich: Die Nosferatu-Spinne frisst Insekten – Mücken, Fliegen, Schaben, andere Spinnen. Sie ist ein natürlicher Schädlingsbekämpfer im Haus.
- Kein Schädling: Die Nosferatu-Spinne verursacht keine Schäden an Gebäuden, Möbeln oder Lebensmitteln.
- Nicht aggressiv: Sie beißt nur, wenn sie sich direkt bedroht fühlt und sich nicht flüchten kann.
- Ökologische Rolle: Spinnen sind wichtige Bestandteile des Ökosystems und sollten nicht unnötig getötet werden.
Was wirklich hilft statt töten
Statt zu töten: fangen und freilassen. Dieser Ansatz ist tierschutzkonform, problemlos und dauert nur wenige Minuten. Die Anleitung dazu findest du weiter oben auf dieser Seite.
Wenn du dauerhaft weniger Nosferatu-Spinnen im Haus haben möchtest, sind präventive Maßnahmen (Schutzgitter, Dichtungen) effektiver als das Töten einzelner Spinnen – denn wo eine war, können immer neue kommen.
Falls du aus zwingenden Gründen (z. B. bei direkter Bedrohung einer Person mit Allergie) eine Spinne töten musst, ist ein schneller Schlag mit einem Schuh die einfachste Methode. Von Insektensprays wird abgeraten: Sie sind für Spinnen wenig wirksam (Spinnen atmen anders als Insekten), hinterlassen Chemikalien im Raum und belasten die Umwelt. Nie Spinnen mit heißem Wasser oder Feuer bekämpfen.
Prävention: Eintritt ins Haus verhindern
Wer die Begegnungen langfristig reduzieren möchte, sollte Eintrittsöffnungen schließen:
Fenster & Belüftung
- Insektenschutzgitter an allen Fenstern (besonders Erdgeschoss und Keller)
- Lüftungsöffnungen mit engmaschigen Gittern abdecken
- Fenster nachts schließen oder nur mit Gitter öffnen
Türen & Fugen
- Türbodendichtungen an allen Außentüren erneuern
- Risse in der Außenfassade mit Silikon abdichten
- Kellertüren auf Dichtigkeit prüfen
Garten & Umgebung
- Vegetation direkt am Haus zurückschneiden
- Holzstapel und Kompost weit vom Haus lagern
- Mulch direkt an der Hauswand reduzieren
Empfohlene Produkte zum Fangen
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